Steffen Hilger, 18.05.1993, Purfing (Bayern), Sport- und Fitnesskaufmann, Chefroutenbauer und Trainer im High-east und in anderen Kletterhallen, ich klettere seit 2007, also jetzt 9 Jahre lang.

Warum bin ich im Boulderwelt-Athletenteam?

Weil Ich hier perfekte Trainingspartner treffe, mit denen man eine Menge Spaß haben kann! Außerdem muss ich hier auch unangenehme Sachen machen, die ich sonst nicht durchziehen würde, wie zum Beispiel Krafttraining oder Anlaufstarts. Die Simulation von Wettkämpfen wird hier besonders gut imitiert, was mich noch mehr reizt!

Was ist dein bester Tipp für einen Boulder-Einsteiger?

Wenn Du einen Boulder nach sehr vielen Versuchen nicht schaffst, dann halte Abstand von Deinem Projekt und komme nach ein paar Tagen wieder und Du wirst bestimmt eine neue Lösung finden. 🙂

Was ist mein großes Ziel beim Bouldern oder Klettern?

Ich will mich selbst übertreffen und ein richtig gutes Gefühl dabei haben! Beim Routenklettern am Fels habe ich bisher meine intensivsten Erlebnisse gemacht, weil ich mich mental in einigen Routen sehr überwinden musste. Wenn mich dann noch die Schwierigkeit an meine physischen Grenzen bringt, ergibt das einen unvergesslichen Moment nach dem Durchstieg!

Was sind deine Lieblingsgriffe?

Eindeutig kleine Leisten! Am liebsten in einer leicht überhängenden, ewig langen Ausdauerroute. 🙂

Wie ist das für dich wenn dich viele Leute anfeuern?

Ich kann volle Kräfte mobilisieren, obwohl ich schon komplett platt zum letzten Finalboulder im Wettkampf komme. Oft bin ich so fokussiert, dass ich das laute Publikum gar nicht wahrnehme.

Was ist für dich der Unterschied zwischen Wettkampfklettern und Freizeitbouldern?

Für mich hat beides seine Reize. Beim Wettkampfklettern wenn ich im Finale alles gebe, um zu siegen, oder wenn ich mir an einer riesigen Felswand die schönste Linie aussuche, die ich klettern will, egal welche Schwierigkeit.

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Die Ellbogen gehen vor Anstrengung immer weiter nach oben und auch die nächste Exe kann ich nicht clippen. Ich kämpfe mich weiter von Griff zu Griff, unter den Füßen wehen die langen Schlingen an meinem Seil vorbei, nicht eingehängt. Den letzten Sicherungspunkt kann ich nichtmehr erkennen, bin jetzt hier am Umlenker, doch kann keine Hand mehr loslassen um mein Seil einzuhängen… Die Hand macht ungewollt auf und ich segle in die Tiefe und …Wieterlesen!

„Gleich mehrere, riesige Geier kreisten direkt über den Türmen. Diese kamen sogar so nah an uns heran, dass wir deren Windzug spürten. Ganz sicher war ich mir da nicht, was die von uns wollten…
Als ich zum nächsten Standplatz kam, tat sich unter meinen Füßen ein gewaltiger Abgrund auf! Einen so ausgesetzten Ort hatte ich zuvor noch nicht erlebt und mir wurde schlagartig klar, dass ein Abseilen hier nur sehr schwer möglich wäre.“

Steffen: „Um zum Einstieg der Route zu gelangen, seilten wir zweimal ab und mussten nun wohl oder übel irgendwie wieder hinaufkommen. Dazu suchten wir uns die „Schneidigen Indianer“ 7a+ aus. Gleich in der ersten Seillänge warteten die größten Schwierigkeiten auf uns. Eine offene Verschneidung mit einem langen Riss …“

„Wenn dann alles zusammen passt, man den Umlenker klippt und in der Abendsonne die Aussicht über den Gardasee genießt und sich schon auf die italienische Pizza zum Abendessen freuen kann, ja dann ist das ein perfekter Urlaubstag!“ – Markus und Steffen erzählen von ihrem herbstlichen Ausflug nach Arco.

Steffen erzählt von seiner Premiere bei „I Sicher Scho“, dem Spaßwettkampf den er selbst im High-east mitgegründet hat. Ein witziger Tag voll von Freude, Spannung, Schwarzlicht-Finale und Teamgeist! Aber lest und seht selbst. 🙂

… und tatsächlich machte ich jetzt auch noch die letzten, mir noch unbekannten Züge bis zum Umlenker! Ich war überglücklich und sehr stolz, dass ich mich so überwunden hatte! Der psychische Anspruch machte diese Route zu einer sehr Bedeutenden für mich. Beim Ablassen färbte sich der Himmel in ein mattes Lila – was für ein Ausklang dieses Tages! 🙂

Am schönsten fand ich die ausgesetzten Querungen, bei denen man richtig spürt, wie weit oben man hier ist! Endlich am Vorgipfel angekommen merkten wir, dass es bereits ziemlich spät geworden war. Für den im Führer beschriebenen „Nachmittagsspaziergang“ haben wir den ganzen Tag gebraucht!

Erst gings noch und wir waren uns sicher, dass es nur ein kurzer Schauer sein würde. Doch als die Körner immer größer wurden und unsere Kleidung komplett durchnässt war, merkten wir, dass damit nicht zu spaßen war! Sturzbäche schossen die Felsen hinab und die Kälte kroch immer tiefer in den Körper! Als wir dann noch auf die falsche Seite abseilten und sich die nassen Seile nicht mehr abziehen ließen war Schluss mit lustig.

Zusammen mit meinen Freunden Eva und Martin ging´s im Februar nach Spanien. Unser Weg führte ins Klettermekka Siurana, wo sich im Winter immer die besten Kletterer der Welt treffen, um die kühlen Temperaturen für die schwersten Begehungen zu nutzen. So trafen wir dieses Jahr Daniel Woods, Dave Graham und Alizée Dufraisse.

Doch dann wurde ich auch schon vom Kommentator Cristoph Gabrysch aufgerufen: „Nächster Starter bei den Herren ist Steffen – the drop knee – Hilger aus Purfing!“ Und ehe ich überlegen konnte, war ich auch schon in der Route drin…

Städte aus Wolkenkratzern, rote Sandsteintürme und ewige Weiten…
Das ist das Erste, was einem zu den drei Buchstaben USA einfällt. Auf meiner Reise mit Julia suchten wir genau das. Anfangs flogen wir in den Osten zur „Red River Gorge“ – kein unbekannter Ort unter Kletterern. Und zu Recht, denn die Felsqualität lässt keine Wünsche offen.

Spaßig war’s allemal mit dem Boulderwelt-Athletenteam in Albarracin. Die Sandsteinblöcke liegen hier verstreut im schönen Pinienwald und ovale „Felseier“ ragen über den Rand der Schlucht hinaus – ein genialer Ort zum Bouldern!

Natürlich kletterten wir auch durch steile Höhlen und Dächer. Die Linien sind hier sehr beeindruckend und fordern nicht nur Ausdauer, sondern auch eine Menge Maximalkraft!
Bouldern lohnt sich also auch fürs Seilklettern!