von Freddy Petri

Was gibt es Schöneres als sich nach einem erfolgreichen Studium erstmal mit 4 Monaten Auszeit zu belohnen 🙂 bis es im September wieder mit Arbeit und Studium los geht, werde ich wohl ein paar Länder und Felsen unsicher machen.

Als ersten Anlaufpunkt über die Ostertage ging es mit drölftausend anderen deutschen Touristen nach Arco an den Gardasee. Der perfekte Urlaubsstart. Sonne, Berge (hab schon fast vergessen wie sie aussehen), beste Pizza, lecker-schmecker Freddy Lieblingseis, Kletterfelsen, Captain Blaubär (der Bus meiner Eltern und mein übergehendes Zuhause), genügend Aperol Spritz und das absolute Urlaubsfeeling!

Den ersten Tag ließen wir nach der Anreise ganz gemütlich mit Eis, Spritz und Grillen in Captain Blaubärs neuer Feuerschale ausklingen.

Ran ans Seil ging es zunächst in San Siro in einem sehr schönen Gebiet. Leider waren die leichten Routen schon sehr abgespeckt, weshalb es uns dann recht schnell in schwerere Routen zog. So konnte ich am ersten Klettertag „Luisiana (7b)“ auch ohne Ausdauer klettern. Die Route hatte eine ziemlich schwierige Boulderstelle und lief danach mit etwas Konzentration entspannt raus. Das kam mir sehr entgegen und war ein guter Start in den Seilurlaub und hat mich mental gestärkt.

Fotos: Sönke Petri

Einen etwas längeren Zustieg zu Le Piazzole war ich als Boulderer nicht gewohnt, hat sich aber gelohnt! Was für tolle Wände und absolute Genusstouren ab 5c bis sehr schwer. Hier hat es mir besonders gut gefallen. An einer der Wände waren sogar Sinter zu finden. Die sind zwar nicht so meine Spezialität, weil ich keine Zangen halten kann 🤣 aber ich hab mich trotzdem ran gewagt. Besonders spannend fand ich die Route „The Cave (7a)“, die erst einen schweren Einstieg durch die Sinter hatte, dann etwas ausdauerlastig wurde und oben raus zu einer Platte mit nur wenig Griffen wurde. So müsste man nach dem Einstiegsboulder auf gutes Atmen und Schütteln switchen und kurz vor dem Ausstieg von Ballern auf Platten stehen wechseln. Da hieß es noch mal konzentrieren und Fußtechnik auspacken. Den Wechsel zwischen den verschiedenen Charakteristika war spannend und eine geniale Herausforderung.

Fotos: Sönke Petri

Durch das schöne Tal hinter Sarche ging es in das Gebiet Comano. Zunächst war ich von so viel Schatten etwas abgeneigt, doch als ich die tolle Wandkletterei sah, trat das in den Hintergrund. Leicht geneigte gerade Wand – voll mein Ding. Erst eine wunderschöne 6b+ (Delta) an guten Leisten und tollen Zügen. Ich war voll im Flow trotz leichten Kaltpump. Maxi hatte sich währenddessen in „Fragole (8a)“ reingehängt und die Züge ausgecheckt. Da konnte ich es mir nicht nehmen lassen auch einfach mal einzusteigen. Sie war ähnlich aufgebaut wie die Route Luisiana am ersten Tag. Unten ein ziemlich schwerer Boulder und oben raus abhaltend aber keine schweren Einzelzüge. Beim Ausbouldern konnte ich ziemlich schnell alle Züge in Sequenzen klettern und es fühlte sich ziemlich realistisch an. Also wieso nicht mal einen Durchstieg wagen? Der Boulder ging gut und ich konnte danach auch noch ein paar Züge machen, doch dann warf mich die fehlende Ausdauer aus der Wand. Der nächste Versuch sah ähnlich aus und ich musste mir eingestehen, dass die Tour doch schwerer war als zunächst gedacht. Aber ich bin mir sicher mit etwas Ausdauer sollte es gut machbar sein. Ich war positiv überrascht, nachdem ich mich am Seil noch nie in diesen Grad gewagt hatte.

Am letzten Tag waren wir alle ziemlich durch und beschlossen so Sonne und Italien in den Mehrseillängen von Corno di Bo‘ noch einmal zu genießen. Ein letztes leckeres Eis und Pizza in Arco und dann ging es schon wieder heim, wo ich mich auf den nächsten Trip vorbereite 😊

Fotos: Sönke Petri