Ich bin Freddy, bin 21 Jahre alt und wohne mittlerweile in München, wo ich ein duales Studium der Sportökonomie absolviere. Ich bin übers Eisessen zum Klettern gekommen. Als ich damals mit 6 Jahren mit meinem Schokoladenmund an der Kletterhalle stand und staunte, war es wahrscheinlich das erste Mal in meinem Leben, dass etwas wichtiger war als Eis.

Inzwischen kann ich mir meinen Alltag ohne Bouldern gar nicht mehr vorstellen. Die Tage an denen ich aus Trainingszwecken Pause machen muss, sind die härtesten und der Eiskonsum nimmt Überhand. Wenn ich nicht gerade bouldere oder Training gebe, denke ich schon wieder an den nächsten Boulderurlaub oder an das nächste Trainingsziel.

Was gibt dir das Boulderwelt-Team?

Seit 2012 bin ich im Boulderwelt-Team und trainiere jede Woche mit lauter gleichstarken, bzw. meist stärkeren Teamkollegen. Wir pushen uns gegenseitig, unterstützen uns und machen ganz viel Unsinn zusammen. Dazu gehören nicht nur die einwöchigen Trainingsabende, bei denen wir mit unseren Trainern strukturiert für Fels und Wettkampf trainieren, sondern auch zahlreiche Wochenendausflüge an nahe-gelegende Felsen. Einmal im Jahr steht auch eine längere Teamfahrt, wie beispielsweise Fontainebleau, auf dem Plan. Das sind immer die lustigsten und schönsten Ausflüge mit viel Bouldern, Lachen und Spiele spielen. Wir sind über die Jahre ein richtig tolles Team geworden, das sich gegenseitig unterstützt und ich mir aus meinem Leben gar nicht mehr wegdenken kann.

Was bedeutet Bouldern für dich?

Bouldern heißt für mich Freude an der Bewegung, Sporttreiben mit Kreativität und Freunden, der Mittelpunkt meines Lebens und die besonders liebenswerte Community rund ums Bouldern.

Boulderst du lieber drinnen oder am Fels?

Ich bin sowohl Wettkampfboulderin als auch Felsboulderin mit Herz und Blut. Am Wettkampfbouldern begeistert mich die Herausforderung auf den Moment physische und psychische Leistung abrufen zu müssen. Doch einen sonnigen Bouldertag am Felsen mit Freunden kann man halt doch nicht übertreffen.

Wie sieht für dich der perfekte Bouldertag aus?

Für mich ist es ein perfekter Bouldertag, wenn ich morgens mit einer Tasse Kaffee und einem Schokocroissant geweckt werde, der Sonne entgegen aus dem Zelt schauen kann und auf ein anderes Land wie Frankreich oder Spanien blicke. Wenn es nach einem ausgiebigen Frühstück nicht weit bis an die nächsten Boulderblöcke ist und ich den ganzen Tag mit kurzer Hose durchs Bouldergebiet von Block zu Block laufen kann. Wenn ich mittags ein Picknick auf dem Crashpad mache und mir die Sonne ins Gesicht strahlen lasse. Abends gehe ich dann mit müden Muskeln, nach einer warmen Dusche, die fremde Küche des Landes genießen. Oder ich koche gemeinsam mit Freunden und wir spielen Spiele bis wir platt und mit einer Vorfreude auf den nächsten Bouldertag schlafen gehen. Das Feierabend Bierchen oder Belohnungseis darf natürlich nicht fehlen :D.

Welche Tipps möchtest du weitergeben?

Mein persönlicher Tipp und was ich gerne euch mit auf den Weg geben möchte: Habt Spaß, gebt Gas! Lebt eure Freude beim Training und beim Bouldern aus. Macht worauf ihr Bock habt, aber probiert auch mal Sachen aus, die auf den ersten Blick unmöglich erscheinen oder nicht so euer Ding sind. Geht mit Freunden, geht mit Fremden, geht mit „Besseren“, geht mit „Schlechteren“, schaut euch Tricks und Stil ab, beobachtet euch gegenseitig, gebt euch Tipps und lernt voneinander. Das ist das Schöne: Durch Vielfalt, Abwechslung und Kreativität wird man stark und stößt auf versteckte Schmankerl im Bouldersport.

Magic Wood Sommer 2015 (226)

Fontainebleau 2016 Ostern Teamfahrt (46)

Blogbeiträge

Erstmal warm werden, dann noch mal die Mittelpassage mit den zwei schwersten Zügen ausbouldern. Heiliges Kanonenrohr, ist das zäh. Wie hatte ich das nur gemacht? Dropknee rechts, Spannung halten und gaaaanz langsam, kontrolliert in die Zange abfassen. Jetzt mit voller Wucht die Zange zamzwicken

Wenn nicht nur Blätter, sondern auch Boulderer vom Himmel fallen, dann ist Herbst und die halbe Boulderwelt in Fontainebleau, um die angenehmen Temperaturen für einen Bouldertrip zu nutzen. Auch Freddy aus unserem Boulderwelt Athletenteam war bei den Blöcken der Franzosen unterwegs und hat Euch ein kleines Video mitgebracht. Schaut rein!

Freddy’s Geschichte über Selbstverständlichkeit und Besonderheit.

„Es ist unbeschreiblich wie lange sich drei Sekunden voller Siegesfreude und Erleichterung an einem Topgriff anfühlen können. Auch jetzt denke ich noch gerne an diesen Moment zurück!

Vergangene Woche stand viel auf dem Programm! Wir durften endlich die Wettkampfsaison 2017 mit einem Trainingscircuit…

Für das Boulderwelt-Team hat sich die lange Reise nach Hannover auf jeden Fall gelohnt und wir freuen uns schon auf die kommenden Wettkämpfe.

Nadia´s Sitz-und Mantleschwäche wurde jedes Mal auf die Probe gestellt und so hatte Freddy beim Spotten viel zu lachen! Da man leider nicht alles „Schöne“ und Lustige in Worte fassen kann, möchten wir Euch nun mit einem kleinen Video einen spanischen Einblick liefern.

Auch diesen Sommer waren wir alle in unseren spezial Gebieten erfolgreich unterwegs und haben viele Erfahrungen und Erlebnisse mitgenommen 🙂

Nach gründlichem Aufwärmen (ja wirklich jetzt!) gingen wir schnell in den Baller-und Balancier-Modus über. Das absolute Highlight war ein eher leichterer Boulder eingesteckte Schwimmnudeln und ein Hangelboulder an aufgehängten Volumen.

„Kommt da noch was Gutes?“. Tom: „Wenn wir ein Schnitzel hin legen, dann ja.“ Das wurde das Motto der restlichen Woche in allen bleautypischen Sloper-Bouldern 😀

Ich warf einen Blick in meinen Winterschlafkalender. Da stand für die nächsten zehn Tage: „mich fett essen und durchschlafen“. Nach den neuesten Gesichtspunkten entschloss ich mich jedoch meinen Winterschlaf einfach früher abzubrechen. Ich konnte auf gar keinen Fall den Geburtstag meiner Freunde verschlafen! Und noch weniger konnte ich die Menschenkinder mit meiner Abwesenheit enttäuschen. Planänderung: Fett essen bleibt, statt Schlafen jedoch Fellpflege und heimlich an den Münchner Bouldern trainieren.

Ich stieg ein, kletterte und kam schon an die erste Boulderstelle. Ich musste etwas heppen um auf einen Sloper zu gelangen. Danach kam eine Leistenpassage, die mit einigen verschiedenen Lösungen geklettert wurde. Ein weiter Zug in ein Loch und danach ein fetter Untergriff zum Schütteln, den nutzte ich um meine angestrengten Unterarme wieder frei und kraftvoll zu bekommen. Jetzt schien es hart zu werden.

„Iss ein Snickers und der Hunger ist gegessen“

Und was macht ihr so in der Boulderwelt? Leisten prügeln, Sloper schmieren, Zangen petzen, Platten schleichen, Dächer hooken, Hangelsession?

Der heiß geliebte Boulderwelt-Ausflug stand mal wieder an. So ging es mit fast vollständigem Team am 25. Juli nach Galtür, um die Kristallin-Blöcke in der Silvretta zum Wackeln zu bringen.

Das Publikum: „Auf geht’s Freddy SCHIEB!“. Und ich schob und schob und schob bis ich endlich den Bonusgriff in der Hand hielt. Das Publikum: „Yeeaaahhh!“. Ich musste in der Wand grinsen, als hinter mir schon über meinen anscheinenden Finaleinzug gefeiert wurde.

Als Saisonauftakt durfte ich auf dem Boulder Worldcup in der wunderschönen Stadt Innsbruck mit ihrem atemberaubenden Bergpanorama starten. Der Wettkampf fand mit über 150 Startern und 3500 Zuschauern auf dem Marktplatz am Inn statt.