Von Markus

6 Jahre ist es nun her, als ich auf Kalymnos meine erste 8a+ kletterte. Seither ist viel passiert und ich habe viel erlebt. Ich war viel unterwegs auf langen Reisen in Australien, Neuseeland, Thailand, in vielen Ländern Europas, Zentral- und Südamerikas. Beim Klettern ging es währenddessen immer wieder auf und ab. Ich kam immer wieder nah daran mich weiter zu steigern, aber dann kamen immer wieder längere Reise oder verletzungsbedingte Pausen dazwischen.

Seit ich nun Anfang August aus Mexico zurück bin, lief jedoch zunehmend besser. Ich hatte vor Uni Beginn noch viel Zeit draußen zu klettern und auch die Finger spielten diesmal mit und ich konnte unverletzt trainieren. Über die Feiertage Ende Oktober kam dann nochmal die Chance sich ein paar Tage aus dem Staub zu machen. Und auf gings an den wundervoll sonnigen Gardasee. Am 4. Klettertag stieg ich dann in Padaro in eine der zahlreichen schweren Touren ein ‚Sono Indiferente‘ 8b.

Es lief erstaunlich gut und ich konnte direkt beim ersten Mal Ausbouldern alle Züge klettern. Am nächsten Tag sofort wieder rein und ein paar Sequenzen klettern. Die Tour ist unglaublich anhaltend und wird, sobald man die filigrane Einstiegsplatte verlässt, sehr steil und es gibt bis zum Umlenker keinen Rastpunkt mehr. An meinem 6. Klettertag wurde es dann spannend. Ich wusste ich kann die Tour klettern, alle Züge waren eingeschliffen. Aber genau dieses Wissen macht den Druck immer größer. Man darf keinen Fehler machen. Alles muss perfekt laufen, jede Bewegung muss sitzen.  Ich kam schon zweimal über den Schlüsselzug, aber bei der sehr anhaltenden Sequenz danach ging die Kraft aus. Ich war doch schon ziemlich erschöpft nach 6 Tagen ohne Pause. „Ein Go geht noch bevor es dunkel wird.“, redete ich mir ein. Diesmal lief alles, kein Fehler, jeder Tritt passte. Und auf einmal war sie geschafft! Die erste 8b. Ein großartiges Gefühl.

Bis zur 8b+ werden dann hoffentlich keine weiteren 6 Jahre vergehen, aber ich habe ein ganz gutes Gefühl dabei. 😉